31.05.2013

Freitagsfoto



Foto: © Ariane Spanier


Gewaschen werden.

via www.arianespanier.com // Illustration
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Being washed.

27.05.2013

Esther Stewart: Makin’ Plans



















































Dass sie es mit ganz einfachen Mitteln schafft die Grenzen zwischen Kunst, Architektur und Design zu verwischen, fasziniert mich. Die Rede ist von Esther Stewart. Die Arbeiten der australischen Künstlerin – insbesondere die Serie "Carton" – habe ich bereits vorgestellt. Damals hatte Esther versprochen, uns zu gegebener Zeit Bilder von ihren neuesten Arbeiten zu schicken. Dieses Versprechen löste Esther prompt ein und zeigt uns nun die Bilder, die bis zum vergangenen Wochenende bei Utopian Slumps in Melbourne zu sehen waren. Wieder sind die Arbeiten auf einfachste Formen reduziert. Wieder agieren sie mit ihrer Umgebung, indem sie Linien und Flächen des konstruierten Raums aufgreifen.











Alle Fotos: © Esther Stewart




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I already told you about Australian artist Esther Stewart. Today she shows us her newest paintings – till May 25th they have been exhibited at Utopian Slumps in Melbourne. I'm fascinated again by her ability  to confuse the distinction between art, architecture and design. Even though the paintings are just paintings, with all those geometric shapes and lines they manage to interact with the constructed space arround. I'm a big fan of Esthers simple and clever works.

24.05.2013

21.05.2013

Ministerium für Glück und Wohlbefinden

Hattet ihr alle ein feines Pfingstwochenende? Ich hoffe es! Inzwischen bin ich auch wieder fit und möchte euch nun endlich die Masterhesis von Gina und Daniel vorstellen. Die beiden Designstudenten haben sich nicht weniger vorgenommen, als ein neues Ministerium zu gründen – das Ministerium für Glück und Wohlbefinden. Warum, was es damit auf sich hat und wieso sie euch dazu brauchen, erfahrt ihr im Interview! Viel Spaß …




Gina, stelle uns Daniel doch mal bitte kurz vor.

Ich freue mich außerordentlich, dass wir beide uns relativ spontan dazu entschlossen haben, das Projekt des MfG als unsere gemeinsame Masterthesis fortzuführen.
Es hätte nicht besser passen können und wir wussten beide von Anfang an, was für ein riesiges Potenzial hinter dieser Idee steckt und dass wir gemeinsam etwas bewegen möchten. 


Daniel ist ein sehr aufgeweckter und quirliger Luxemburger, der immer lacht und schwer aus der Ruhe zu bringen ist – nur wenn er zu müde ist vom vielen Autofahren oder bis spät in die Nacht Filme schneiden, kann er ungeduldig werden, wenn ich immer weiter mit neuen Ideen ankomme. ;)

Daniel, stelle uns Gina doch mal bitte kurz vor.

Gina ist eine 26-jährige, extrem fleißige, talentierte und ehrgeizige Frau, die mit ihrer guten Laune und einem breiten Grinsen die Massen und auch mich mitreißt. :)
Es macht richtig Spaß unsere Masterarbeit zusammen auszugestalten, wo jeder seine Stärken miteinbringen kann.













„Ministerium für Glück“ – was ist das und wie kam es dazu?

Das MfG ist eine unabhängige Initiative für bewusstes Leben und Glücksbesinnung mit dem Ziel, in Deutschland den Fokus wieder mehr auf das gesellschaftliche und somit auch auf das persönliche Wohl von uns alles zu setzen.
Wir möchten anhand einer transmedialen Kampagne die Menschen zum Nachdenken animieren: Was zählt wirklich? Was brauchen wir, um zufrieden und glücklich zu sein? Und wie könnte Politik uns dabei helfen, indem Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es uns leichter machen, unser Wohlbefinden zu steigern?
Wir möchten zum Mitmachen animieren: Mitdiskutieren, teilen, miteinander sprechen, Ideen einbringen und vor allem: Selbst aktiv werden! 




Entstanden ist die Idee Ende November 2012 an der Hochschule Mannheim. In der Fakultät für Gestaltung, Masterstudiengang Kommunikationsdesign, das Fach heißt "Transmediale, integrierte Kommunikation". Hier haben wir ein Semester lang in einer Gruppe von neun Studenten verschiedene Kampagnen untersucht. Gegen Ende des Semesters beauftragte uns unser Professor (Prof. Axel Kolaschnik), selbst einen Kampagnenmasterplan zu schmieden. Das Thema hielt er relativ offen, seine Worte waren in etwa:

Stellt euch unsere Gesellschaft in 20-30 Jahren vor: So wie es läuft, kann es nicht ewig weitergehen, sowohl was die sozialen als auch die ökologischen Aspekte angeht. Initiiert eine Kampagne, die den Wertewandel in unserer Gesellschaft herbeiführt, so dass die Menschen in Zukunft auch mit weniger zufrieden sein können und sich wieder auf das wesentliche besinnen.

Klingt erst einmal sehr abstrakt und wir hatten sofort das Lied "Nur noch kurz die Welt retten" im Kopf… Nach gemeinsamen Brainstorming kamen wir recht schnell auf das Land Bhutan und entschlossen uns, uns ein Beispiel zu nehmen und haben kurzerhand das "Ministerium für Glück und Wohlbefinden" gegründet, um anhand dessen einen zivilgesellschaftlichen Diskurs anzuregen.

Das Semester war schnell vorbei und die Idee des MfG drohte in der Schublade zu verschwinden. Dann haben Daniel und ich uns kurzfristig dazu entschlossen, unsere bisherigen Masterthemen zu begraben und gemeinsam das MfG weiterzuführen.





Bei der Ideenfindung ist die Rede von dem kleinen Land Bhutan.
Wo liegt dieses Land? Was macht es so besonders?

Das Land Bhutan ist ein kleines Königreich im Himalaya zwischen Indien und China. Es ist ein armes und sehr bescheidenes Land, aber die Leute sind äußerst zufrieden und wissen, was wirklich zählt: Zeit – für Familie, Freunde und sich selbst, das seelische und körperliche Wohlbefinden. Sie legen sehr viel Wert auf Traditionen, ihre Kultur, die Natur und den Buddhismus.
Was es so besonders macht ist ihr "Bruttonationalglück", das die Gross National Happiness Commission dort anhand eines umfangreichen Fragebogens regelmäßig misst und anhand der Auswertung die politischen Entscheidungen fällt.
Bhutan ist eines von wenigen Ländern, die ein nicht wachstumorientiertes Wirtschaftsmodell in der Verfassung verankert haben, sondern die Zufriedenheit der Bevölkerung als Maß politischen Handelns sieht.
Eine ausgewogene und nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft kann nur im Zusammenspiel von materiellen, kulturellen und spirituellen Schritten geschehen, die einander ergänzen und bestärken.
Im Artikel 9, Absatz 2 der Verfassung steht: Der Staat bemüht sich, jene Bedingungen zu fördern, die das Streben nach Bruttonationalglück ermöglichen.

Wir finden das eine absolut nachahmenswerte Sache und es ist sicher klar ersichtlich, dass unsere Kampagne sich an Bhutan orientiert, nicht umsonst haben wir uns auch die durchaus provokante Metapher des "Ministeriums für Glück und Wohlbefinden" ausgesucht.





Ihr seid auf der Suche nach Befürworter und Unterstützer. Was habe ich davon, wenn ich mich an eurem Projekt beteilige und zum Beispiel „Botschafter des Glücks“ werde?

Unsere Initiative ist etwas, das für uns alle sein soll. Es geht hier nicht um uns als Studenten, sondern um uns alle und wie wir gemeinsam unsere Zukunft gestalten können. Wir sehen uns hier nur als Kommunikatoren und Moderatoren – getragen wird diese Idee und die Kampagne von allen Bürgern! Nicht umsonst lautet einer unserer Claims "Schaffen wir es gemeinsam zu unserem Bruttonationalglück?" Man kann die Idee unterstützen, in dem man Botschafter des Glücks wird und Material verteilt und somit die Idee weiter transportiert (und z.B. mit kleinen Buttons oder Pfennigen Leute um sich herum zum Lächeln bringt) oder auch mit dem Teilen der eigenen Glücksgeschichten: Gerade ist eine Online-Plattform im Aufbau, wo jeder seine individuelle Glücksgeschichte erzählen und teilen kann, so kann man dort stöbern und sich inspirieren lassen, mit dem Gedanken: Jeder kann etwas tun, selbst mit kleinen Dingen im Alltag kann man die Welt verändern, man muss es nur mal tun! Und um hier Ideen zu bieten und Motivation zu streuen, setzen wir uns dafür ein, dass solche Glücksgeschichten publik gemacht werden können. "Was man davon hat": Es macht sehr viel Spaß, wenn man sein Umfeld glücklich macht und sei es auch nur für einen kleinen Moment, dann wirkt sich das auch auf einen selbst aus und wenn das jeder täte, ginge es uns allen schon ein gutes Stück besser.

Was ist euer konkretes Ziel für dieses Projekt?

Unsere "Aufgabe" ist es, dieses wichtige Thema in eine bundesweite Diskussion zu bringen – da wir das MfG anhand einer transmedialen Kampagne bearbeiten, versuchen wir so viele Kanäle wie möglich zu nutzen, um viele Menschen zu erreichen: Aufwecken, zum Nachdenken, Diskutieren und Mitmachen animieren. So gewinnt die Idee an Kraft und kann dann bestensfalls hoffentlich irgendwann konkreter umgesetzt werden. Das fiktive Ministerium soll mit Ideen und Anregungen aus der Bevölkerung gefüllt werden und somit wachsen können.
Die Aufgabe ist, die Idee eines MfG in die Köpfe der Menschen zu bekommen: Wie wäre es, wenn es so etwas gäbe? Ginge es uns dann besser? Was müssen wir ändern? Wie wollen wir leben? Was wären die Aufgaben eines solchen MfG?
Und wer weiß – vielleicht wird sich der Bundestag dann auch irgendwann bewusst, dass wir nicht nur eine Enquete-Kommission zu diesem Thema, sondern gleich ein ganzes Ministerium für Glück und Wohlbefinden brauchen!

Wie genau wollt ihr dieses Ziel erreichen?

Um all das zu erreichen, reisen wir durch ganz Deutschland, führen Gespräche mit Experten, machen Straßenumfragen, Street Art Aktionen – um auch im Alltag die Leute zu erreichen. Das alles dokumentieren wir, um es anschließend mit der Online-Community zu teilen und auch hier wieder zum Diskutieren einzuladen. Auch planen wir größere Events wie unseren Aktionstag in Berlin, den Kinoabend in Mannheim oder Workshops an Schulen.
Im Bundestag waren wir auch schon und stehen mit der Enquete-Kommission "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität" im Kontakt. Dort wurden die letzten 2,5 Jahre schon wunderbare Ideen und Alternativen zum BIP entwickelt – was davon aber konkret umgesetzt wird, weiß niemand so wirklich… Das ist schade und darf nicht sein! Wir wollen hier die experimentelle, kommunikative Variante sein, die die Bürger und unsere Wünsche mit einbezieht und spielerisch aufzeigt, was wir ändern können, um besser leben zu können.




Was konntet ihr bisher erreichen? Worauf seid ihr stolz?

Was uns unglaublich stolz macht und viel Kraft gibt, ist das Feedback, das wir von allen Seiten erhalten! Es ist wunderbar mitanzuschauen, wie eine solche Idee sich verbreitet, Früchte trägt, Leute insipiriert – so ist es ja auch gedacht: Ein Schneeballsystem des Glücks sozusagen. Wir sind die Plattform und die Leute dürfen sich bedienen, weiter"spinnen", die Idee in die Welt hinaustragen und irgendwann wird man sich wundern, warum man nicht schon viel früher auf die Idee eines MfG gekommen ist und merken, dass es ja eigentlich essenziell ist.
Stolz sind wir auch auf unser Netzwerk, das sich die letzten Monate gebildet hat. Wir haben wunderbare Menschen kennen gelernt, die sehr viel Energie verbreiten. Menschen, die etwas bewegen möchten und motiviert sind – davon braucht Deutschland viel mehr und es macht unglaublich viel Spaß mit diesen Menschen zusammenzuarbeiten.

Könnt ihr ein paar besondere Reaktionen auf euer Projekt wiedergeben (positive wie negative)?

Natürlich gibt es Kritiker, das ist bei einem polarisierendem Thema wie diesem ja ganz normal: Entweder man sieht es als Humbug an und denkt, es sei unnötig ("Deutschland hat schon genügend Ministerien, man muss nicht noch mehr Geld verschwenden"), andere verstehen den Sinn dahinter vielleicht etwas eher und denken so wie wir, dass es das absolut wichtigste Ministerium überhaupt wäre. Denn was bringt alles andere, wenn es uns allen dabei nicht gut geht? Auch muss man unsere Idee des MfG vielleicht nicht unbedingt von Anfang an toternst nehmen! Wir stellen ja erstmal nur Fragen: Was macht uns glücklich? Was müssen wir ändern, um gut leben zu können und eine gute und nachhaltige Zukunft zu schaffen? Was brauchen wir wirklich? Und was wäre, wenn es ein MfG gäbe? Welche Aufgaben könnte es übernehmen? Wir möchten zum Nachdenken anregen.
Wir haben auch schon öfter zu hören bekommen, warum wir denn kein politisches Konzept haben – ganz klar: Weil wir keine Politiker sind! Wir sind Kommunikationsdesigner, die diese Idee nach außen tragen, publik machen und zum Mitmachen animieren.
Wir bekommen unfassbar viel positives Feedback! Jeden Tag erreichen uns Mails, Nachrichten, Posts, Tweets, Anrufe von fremden Menschen, die uns zu der Idee beglückwünschen, fragen, wie sie helfen können oder uns bei Startnext Geld spenden, damit wir weitere Ideen realisieren können.
Wir bekommen sogar Anfragen von namhaften Menschen wie Glücksforschern, Motivationstrainern, Initiativen und Vereinen – auch Eckart von Hirschhausen oder Ernst Fritz-Schubert sind dabei, die uns ein Interview, eine Zusammenarbeit oder einen Vortrag anbieten.




Gina, bist du glücklich?

Komisch, dass wir diese Frage immer gestellt bekommen, oder?
Ich sage immer: Wir würden dieses Projekt nicht mit soviel Herz bearbeiten oder gar leben, wenn wir es nicht wären.
Klar ist es zur Zeit extrem stressig, aber ich bin mit soviel Spaß bei der Sache, dass mich das nicht stört und ja – glücklich macht.
Wir lernen unglaublich viele positive Menschen kennen, die viel Motivation und Kraft geben, ich habe ein ganz tolles Umfeld von Freunden und Familie und wenn dann auch noch die Sonne scheint und ich mit meinem Hund etwas Zeit verbringen kann, dann bin ich sehr glücklich. :)

Wichtig ist vor allem, dass man sich treu bleibt! Dass man auf seine Stimme hört und sich nicht verbiegt.
Ich glaube auch, dass es essenziell ist, seine eigenen Träume zu realisieren. Ich träume seit jeher von einer langen Südamerikareise und genau das werde ich nach meinem Master auch machen. Auch wenn die Dinge manchmal unerreichbar scheinen, man muss es versuchen, nur so lernt man sich selbst auch besser kennen und kann ausloten, was man braucht, um glücklich zu sein.

Daniel, wie sieht es mit dir aus?

Ja, auf jeden Fall und was gibt es schöneres als andere Menschen glücklich und zufrieden zu machen und ein Lächeln zurück zu bekommen. So wie Gina es schon angedeutet hat, auch wenn es manchmal stressig ist, ziehen wir einfach so viel aus dem Projekt heraus und lernen auch über uns selbst.

Wie seht ihr das: wovon hängt das persönliche Glück ab? Was macht einen Menschen glücklich?

Das ist sehr schwer zu beantworten, denn das persönliche Glück ist eine absolut subjektive Angelegenheit und für jeden Menschen etwas anderes.
In unserem Umfragen hören wir sehr oft, dass "Zeit" die Leute glücklich macht. Zeit scheint eines der wertvollsten Güter in unserer heutigen stressigen Gesellschaft zu sein. Zeit für Familie und Freunde, Zeit für sich selbst.
Ich denke, die vier Säulen, auf die sich auch das System in Bhutan bezieht, treffen es sehr gut: Kultur, Natur, Wirtschaft und gutes Regieren. Es müssen quasi die Grundbedürfnisse gedeckt sein, so dass man glücklich sein kann: Man braucht ein intaktes soziales Umfeld, ein Dach über dem Kopf, gute Nahrung, finanzielle Sicherheit, Freiheit… Alles weitere ist sozusagen Bonus und wir sollten weniger gierig sein und nicht immer mehr wollen, dann klappt es auch mit dem Glücklichsein besser.
Die Enquete-Kommission "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität" des Deutschen Bundestages beschäftigte sich diese Legislaturperiode auch damit, wie man Rahmenbedingungen für mehr Lebensqualität schaffen und Alternativen zum Bruttoinlandsprodukt finden kann.
Hier kamen sehr viele gute Vorschläge zusammen, wir sind gespannt, was in Zukunft davon umgesetzt wird – es ist nämlich unserer Meinung nach sehr wichtig, dass die Politik auch Verantwortung übernimmt und den Bürgern zumindest die groben Rahmenbedingungen schafft, die es uns allen erleichtern glücklich zu sein.
Deshalb möchten wir diesen Gedanken mit unserer Kampagne und unserer Kommunikation noch mehr Ausdruck verleihen, außerdem regen wir viele Menschen an, selbst mal nachzudenken, was sie eigentlich glücklich macht – und wer weiß, vielleicht hilft ja der bloße Gedanke schon, dass man selbst etwas realisiert und ändert, um glücklicher zu werden.




Und zum Schluss noch eine etwas provokante Frage: Kann ein Designer tatsächlich die Welt verbessern?

Genau mit dieser Frage beschäftigen wir uns seit Beginn dieses Projekts auch. Unsere Antwort lautet: Jeder kann die Welt verbessern! Jeder von uns kann im Kleinen beginnen: Gesten im Alltag, der Umgang mit Mitmenschen und Umwelt – und auch mit sich selbst.
Man muss nichts Großes machen, um viel zu bewegen. Man muss nur damit beginnen!

Und wir als Kommunikationsdesigner haben natürlich das große "Glück", sehr viele Menschen mit Kreativität und visueller Kommunikation erreichen zu können. Design hat viel Kraft, die richtig eingesetzt werden sollte. Dies erleichtert viel, denn so kann man großartige Ideen leichter verbreiten.

Es kommt uns so vor als beschäftigen sich Designer von heute immer mehr mit diesem Thema. Die Sinnfrage wird öfter gestellt, das freut uns sehr!

Wir haben in den letzten Monaten auch gemerkt, dass Design mehr kann! Man muss nicht immer nur Werbung für den totalen Konsum machen, man muss kein Markenmaskottchen werden, wenn man in der Designbranche arbeitet. Es gibt so viele verschiedene Wege, die man gehen kann – und ja, man kann als Designer die Welt verbessern, weil man sich letztendlich frei entscheiden kann, welche Werte und Ideen man nach außen auf welche Art kommuniziert, so dass es die Menschen erreicht – visuell und emotional.



Vielen Dank, Gina & Daniel, für eure ausführlichen Antworten und eure Offenheit. Für euer Vorhaben wünsche ich euch viele Befürworter und Unterstützer – zum Wohle von uns allen!

Die Internetseite des Ministeriums: www.ministeriumfuerglueck.de

16.05.2013



Ruhig war es hier. Ganz unerwartet. Noch bin ich nicht ganz auf den Beinen. Aber bald! Bis bald.

08.05.2013

Gastbeitrag: Kreativität im Alltag, Ergebnis #2

Erinnert ihr euch an meine Ankündigung, es würde bald noch einen Gastbeitrag zum Thema "Grün" geben? Jetzt ist es soweit!

Grafik-Designerin Svenja Gerster ist meiner Einladung gefolgt und hat sich auf ihre ganz eigene Art mit meiner Aufgabe auseinandergesetzt. Sie kommt zu einem Ergebnis, das überrascht und überzeugt zugleich!


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Sammle alles Grüne, das dir in die Hände fällt – vom Bonbonpapier zur Gießkanne.
Einfach alles. Arrangiere und dokumentiere.



Svenja: 

Die Aufgabe wurde bereits im Februar gestellt, als man noch genau hinschauen musste, um Grünes zu finden. Als ich jedoch heute durch Köln spazierte, wurde ich wieder an die grüne Aufgabe erinnert. Grün ist nicht gleich Grün. Somit sammelte ich verschiedene Pflanzen, um die Vielfältigkeit an grünen Farbtönen zu dokumentieren.Vor allem im Moment finden wir in der Gestaltung viele leuchtende Farben und geografische Formen. Die Darstellung der einzelnen Pflanzen zeigt die natürliche Schönheit, die von keiner Menschenhand beeinflusst wurde. Ich notierte Koordinaten / Standort, sowie Datum und Uhrzeit, da die Natur ständig in Bewegung ist und sich verändert. Ebenso ermittelte ich den Durchschnittswert des Farbtons der einzelnen Pflanzen.

Grün, wie schön.




Alle Fotos: © Svenja Gerster

Liebe Svenja, vielen Dank, dass du mitgemacht hast – ich hoffe, es hat dir Spaß gemacht! Mir hat es jedenfalls sehr viel Freude bereitet, dein inspirierendes Ergebnis zu sichten.

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Gastbeitrag von: Svenja Gerster



















Stell dich bitte kurz vor: Wer bist du und was machst du?
Ich bin 28 Jahre alt und absolvierte im Wintersemester 12/ 13 mein Masterstudium mit dem Schwerpunkt Editorial-, Grafik- und Corporate Design an der Fachhochschule Düsseldorf.

Momentan arbeite ich frei für kleine Kunden und Agenturen. Jedoch orientiere ich mich zur Zeit etwas um und hoffe dieses Jahr noch einige gesteckte Ziele zu erreichen.

Wo wohnst du?

Seit 10 Jahren wohne ich in Köln und könnte mir keine schönere Stadt vorstellen.

Was inspiriert dich?
Köln ist ständig in Bewegung und Ehrenfeld bietet mir die Abwechslung und Inspiration, die ich für meine Arbeiten brauche. Jedes Projekt sehe ich als neue Herausforderung, was für mich mit intensiver Recherche, Intuition und Spaß verbunden ist. Gutes Design muss für mich klar, gut verständlich sowie charmant sein.

Das absolut sehenswerte Portfolio von Svenja gibt es hier zu sehen.

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Creativity in everyday life, Task #2:
Search for everything green. Arrange and document.

My result you can see here.

Now graphic designer Svenja Gerster dealt with my task and came up with a stunnig result. She collected several green leaves and documented their different color codes.

See more of her graphic work: www.cargocollective.com/svenjagerster

06.05.2013

Fundstück des Monats … Roman Klonek






Roman Kloneks Arbeiten stechen einem ins Auge: Sie sind bunt, plakativ und beinhalten allerhand kuriose und dubiose Figuren. Als ich sie bei elefant art space zum ersten Mal sah, war ich sehr angetan, weil sie trotz ihrer grafischen Anmutung sehr lebendig wirken – es sind Holzschnitte.




























Roman Klonek lebt in Düsseldorf und arbeitet seit 14 Jahren als freischaffender Illustrator und Holzschnitzer. Ich habe ihn eingeladen "Fundstück des Monats" zu sein und freue mich sehr, dass er zugesagt und mir einige Fragen zu sich und seinen Arbeiten beantwortet hat.

Roman, erzähle bitte kurz etwas zu deiner Vorgeschichte. Wie kamst du zu dem, was du heute tust?
Bereits während meines Studiums begann ich mit der Holzschnitzerei. Anfangs waren es noch nicht besonders viel, da ich noch keine eigene Druckpresse hatte. Ich hatte allerdings nach meinem Diplom einen Job als Dozent für Mappenvorbereitungskurse an der Kunstakademie in Trier. Dort konnte ich dann auch immer die Druckwerkstätten nutzen. Viel Zeit zum drucken hatte ich da bloß leider nicht. Hauptsächlich arbeitete ich als freier Illustrator und war Mitorganisator der Galerie Revolver in Düsseldorf. So ging dass dann ein paar Jahre. Irgendwann reichte es mir so nicht mehr. Ich wollte eine eigene Druckpresse. 2002 kaufte ich schließlich zusammen mit einem damaligen Kollegen eine mittelgroße, etwas umgebaute ehemalige Wäschemangel (Walzenbreite 50 cm). Gedruckt haben wir dann immer in unsrer Galerie in den kurzen Zeiten zwischen den Ausstellungen. Die Anzahl der Drucke ist seitdem kontinuierlich gestiegen. Inwischen habe ich eine richtige Druckwerkstatt mit richtiger großer Druckpresse (Walzenbreite 70 cm). Das Verhältnis Illujobs/Holzdrucke liegt inzwischen bei 50/50.



Was die Berufswahl betrifft: Hätte es je eine Alternative gegeben?
Ich war noch nie ein besonders weit planender Mensch. Wenn Du mit Alternative sowas wie einen Plan B meinst... muss ich sagen.. ich hatte nicht mal einen Plan A.

Wie sieht dein beruflicher Alltag aus?
Ca 8 Stunden am Tag... Gleitzeit... meistens gehts etwas später los. Ich versuche nicht zuviel am Computer zu sitzen, aber die meiste Zeit tue ichs dann doch. Ich springe eigentlich ganz gern ein paar mal am Tag zwischen verschieden Aufgaben hin und her. Also zwischen gestalterischem (am Computer) und handwerklichen Arbeiten (Holzdruck).



Was fasziniert dich am Holzschnitt?

Hauptsächlich die Arbeitsweise und das Erscheinungsbild. Technisch gesehen aber auch den begrenzen Spielraum und die damit verbundene Herausforderung. Es ist ja im Prinzip ein sehr simples Verfahren, trotzdem gibt es wahnsinnig viele Vorgehensweisen. Gerade beim Farbduck gibts ne Menge Dinge zu entscheiden. Mit mehreren Platten arbeiten, dabei durch Überlagerung von 2 Farbtönen einen dritten erzeugen, oder im "verlorenen Schnitt" arbeiten, also alle Farben (übereinander geschichtet) mit einer Platte drucken. In welcher Reihenfolge? Mit welchem Holz, mit welchem Papier? Mit Öl oder Wasserfarben? Alles hat Auswirkungen aufs Gesamtbild. Da gibts also auch viel zu experimentieren.


Was war dein bisheriges Lieblingsprojekt?

Eine Ausstellung mit deutschen und brasilianischen Künstlern in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut in Sao Paulo, 2010.

Wer oder was inspiriert dich?

Alles was meine Aufmerksamkeit erregt und somit meine Gedanken verändert. Filme, Bücher, Menschen, Tiere, Landschaften etc...Schwer zu sagen, woher die konkreten Einflüsse kommen. Das Zeichnen, besonders das frei assoziative, experimentelle Zeichnen ist jedenfalls, wie ich finde, eine schöne Methode die Gedanken (immerhin) auf verschlüsselte Weise sichtbar zu machen. 

Vielen Dank, Roman, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast!

Und wer nun noch ein bisschen Stöbern gehen möchte: Weitere Arbeiten von Roman gibt es auf www.klonek.de zu sehen.


Alle Fotos: © Roman Klonek


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First time I saw the work of illustrator and wood cut printer Roman Klonek I felt in love with his colorful style and with all the curious figures appearing in his work. I invited Roman to be my "find of the month" and I'm happy he said yes and answered my questions.

Thank you, Roman, I really appreciate you taking time to talk to me!

Check out his work: www.klonek.de

03.05.2013

Freitagsfoto

Foto: © Şakir Gökçebag



Ausharren.

via www.sakirgokcebag.com // photo projects // WM - Slice

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Holding out.

02.05.2013

Kreativität im Alltag, Ergebnis #3



Geometrie im Alltag zu finden war die Aufgabe. Anfangs dachte ich "Puh, das wird schwer!". Irgendwann jedoch waren die Augen geschult und fanden geometrische Details und Inspiration in den banalsten Dingen: in Abflüssen, Schrauben, Körben, Fußmatten, Metallplatten …

Eine famose Rest-Woche wünsche ich euch allen!


(Die Aufgabe dazu gibt es hier zu lesen)